Jun 20 2013

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Steuertipps – Krankheitskosten bald steuerlich voll absetzbar?

Abgelegt 12:19 unter Steuern

Wer hat nicht schon versucht, Krankheitskosten wie zum Beispiel Brillen, Zahnersatz, Zuzahlungen zu Medikamenten, Fahrten zum Arzt, Kuren oder orthopädische Hilfsmitte steuerlich abzusetzen?
Das Ergebnis des fleißigen Sammelns von Belegen (häufige Empfehlung von Steuertipps) ist dann leider die ernüchternde Feststellung, dass der Betrag zum Schluss zu niedrig ist. Die zumutbare Eigenbelastung schwankt zwischen 1 und 7 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte – je nach Anzahl der Kinder und Höhe des Einkommens – siehe Paragraph 33 Abs. 3 Einkommensteuergesetz siehe auch: Steuertipps aus Bayern Seite 56.

Nur mal als Beispiel: Wer zwei Kinder hat und einen Gesamtbetrag der Einkünfte in Höhe von 40.000 € muss 1200 € (3 %) als außergewöhnliche Belastung selber tragen, während ein Lediger ohne Kinder mit demselben Einkommen schon mit 2.400 € (6 %) dabei ist. Nur was diese 1200 € (bzw. beim Ledigen 2.400 €) übersteigt, kann der Steuerpflichtige absetzen.
So war es bisher. Nun ist der Bundesfinanzhof (BFH) aufgerufen zu klären, ob diese Grenze der zumutbaren Eigenbelastung verfassungsgemäß ist. Es gibt inzwischen einige so genannte Nichtzulassungsbeschwerden von Steuerzahlern, die Krankheitskosten steuerlich vom ersten Euro an voll anerkannt haben möchten (Aktenzeichen VI B 150/12 und VI B 116/12).
Zur Sicherheit kann man sich noch auf eine Verfügung der Oberfinanzdirektion Rheinland vom 14.12.2012 berufen, wenn das Finanzamt den Einspruch gegen den Antrag auf Ruhen des Verfahrens abgelehnt.
Wenn dann der BFH irgendwann einmal positiv entscheidet, sind die, die Einspruch eingelegt haben und ihre Belege gesammelt haben, gut raus. Sie bekommen für alle Steuerbescheide, die sie auf oben beschriebene Art und Weise offen gehalten haben, ihre vollständigen Krankheitskosten anerkannt. Und da kann ganz schön was bei herauskommen!



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